REALTECH AG
REALTECH
Corporate Governance
Ausblick

Prognosebericht

 

Der europäische IT-Markt wird laut dem European Information Technology Observatory (EITO) im Jahr 2012 um 2,7 Prozent auf 320 Milliarden EUR wachsen nach einem Rückgang um 0,6 Prozent im Jahr 2011. Die schwache Konjunktur und die Unsicherheit treffe vor allem die IT-Nachfrage in den Ländern, die am stärksten von der Krise in Europa betroffen seien. Besser habe sich dagegen die Software-Branche auf dem Kontinent entwickelt: Der Umsatz mit System- und Anwendungsprogrammen werde 2012 europaweit voraussichtlich um 4,6 Prozent auf rund 70 Mrd. EUR steigen. In Deutschland wird der Markt für Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) laut dem Branchenverband BITKOM im nächsten Jahr erstmals die Marke von 150 Mrd. EUR überschreiten. Für 2012 sei ein Plus von 2,2 Prozent auf 151,3 Mrd. EUR zu erwarten, hieß es. Innerhalb des deutschen ITK-Marktes liege der IT-Sektor mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 73 Milliarden EUR vorne. Besonders stark entwickle sich bereits seit Jahren der Umsatz mit Software. Nach einem Plus von mehr als 5 Prozent 2011 werde er 2012 erneut um über 5 Prozent auf 17 Mrd. EUR steigen.

 

Im Jahr 2011 hat REALTECH begonnen, ihre langfristige Strategie der wirtschaftlichen Situation an den internationalen Märkten anzupassen. Daher prägten erste Transformationen auf allen Organisationsebenen das Berichtsjahr. Die bisher eher lose gekoppelten Geschäftseinheiten der Auslandsgesellschaften mit zum Teil abweichenden Leistungsangeboten haben es zunehmend erschwert, Hebeleffekte aus Synergien zu erzeugen. Vor diesem Hintergrund leitete REALTECH im Jahr 2011 erste Schritte ein, um insbesondere das Consulting-Portfolio zu vereinheitlichen und zugleich die bestehenden Landesgesellschaften stärker auf die Produkte auszurichten.

 

Der Konzernumsatz blieb im Geschäftsjahr 2011 mit 39.178 TEUR auf Vorjahresniveau (39.500 TEUR), während das Betriebsergebnis (EBIT) von 4.180 TEUR auf 168 TEUR fiel. Zu dem Ergebnisrückgang haben der Umsatzausfall infolge der Erdbebenkatastrophe in Japan im ersten Halbjahr, eine Schwäche in Neuseeland, größere Sondereffekte durch Leerstände im REALTECH-Gebäude in Walldorf, die mangelnde Ertragskraft des Consultingsegments in Deutschland und allgemeine Restrukturierungskosten im Personalbereich beigetragen. Andererseits haben sich einige der für das vierte Quartal geplanten Software-Umsätze ins laufende Jahr 2012 verschoben, sodass ein größerer Kompensationseffekt durch dieses profitable Segment ausblieb. Zudem investierte REALTECH im Jahr 2011 erheblich in Forschung und Entwicklung, um die eigene Software theGuard! entsprechend dem Vermarktungsabkommen mit der SAP technologisch anzupassen.
 
Ausblick

Im laufenden Geschäftsjahr 2012 legt REALTECH im Segment Consulting den Fokus darauf, das Geschäft in Deutschland und USA durch organisches Wachstum und ein optimiertes Leistungsportfolio gezielt zu stärken. Die Gesellschaften in der Region Asia-Pacific haben bereits eine gute, marktadäquate Größe. REALTECH hat im Jahr 2011 Ausbildungsmaßnahmen in innovative und technologische Themen gestartet und ist daher gut aufgestellt, um auch künftig attraktive Projekte zu generieren. Aufgrund der Nähe zu SAP kommt der deutschen Beratungsgesellschaft im REALTECH-Konzern eine besondere Rolle als Ausbildungsstation und Know-how-Träger zu. Intensiver als bisher fördert das Unternehmen den internationalen Austausch und eine abgestimmte Ausbildung.

 

In der Software-Sparte stehen nach den Investitionen in die Produktentwicklung nun die vertrieblichen Tätigkeiten durch die neue Partnerschaft mit SAP im Vordergrund, um gemeinsam mit dem Walldorfer Konzern den geplanten Umsatz zu erzeugen. Gleichzeitig verbreitert REALTECH ihre geografische Präsenz für den Produktvertrieb durch die bereits zum 2. Januar 2012 erfolgte Gründung von REALTECH Nordic ApS in Kopenhagen. Ziel der Software-Sparte ist es, das internationale Produktgeschäft zu intensivieren – sowohl in neuen Ländern als auch in den bestehenden Landesgesellschaften.

 

Akquisitionen von Unternehmen, die über eigenes geistiges Eigentum an Software oder sonstige Alleinstellungsmerkmale verfügen und die in die langfristige Portfolio-Strategie von REALTECH passen, schließt der Vorstand nicht aus.

 

Die portugiesische Landesgesellschaft wird neben ihrer Bedeutung als Werkbank für REALTECH-Produkte künftig auch in der Beratung eine wichtige Rolle spielen. Portugal verfügt über qualifizierte IT-Experten und kann daher dem Konzern helfen, seinen Bedarf an Beratern zu decken.

 

In der IT-Branche ist das allgemeine Wirtschaftswachstum vielen Prognosen zufolge relativ robust. Dennoch es ist nötig, dass sich REALTECH sowohl mit dem eigenen Leistungsspektrum als auch hinsichtlich der geografischen Präsenz richtig aufstellt: Daher haben die langfristigen Planungen strategische Ziele als Grundlage. Im Bereich der Produkte strebt REALTECH an, einer der führenden Hersteller im IT-Service-Management (ITSM)-Markt zu werden – wozu die geografische Expansion und die neue Partnerschaft mit SAP beitragen können. Im Beratungsumfeld wird sich der IT-Spezialist weltweit auf innovative und technologische Themen konzentrieren und in den Kernländern mit margenstarken Themen wachsen.

 

Angesichts dieser Entwicklungen erwartet der Vorstand im Jahr 2012 für den Konzern einen Umsatz von 45 Mio. EUR und ein EBIT von 3,7 Mio. EUR. Neu ist die Darstellung der Planzahlen nach Segmenten: Zu diesem Umsatz soll das Geschäftssegment Consulting 29 Mio. EUR und das Geschäftssegment Software 16 Mio. EUR beitragen. Das EBIT soll in Höhe von 2,2 Mio. EUR durch Consulting und in Höhe von 3,7 Mio. EUR durch Software erwirtschaftet werden bei nicht direkt zurechenbaren Kosten in Höhe von 2,2 Mio. EUR. Auf dieser Grundlage gehen wir von einer entsprechenden Erhöhung des Jahresüberschusses des Konzerns aus.

 

Wir streben auch für das Jahr 2012 an, die positive Nettoliquidität zu erhalten. Die geplanten Sachinvestitionen ohne potenzielle Akquisitionen, die vollumfänglich aus dem operativen Cashflow gedeckt werden sollen, betreffen insbesondere Computerhardware.

 

In 2013 erwarten wir unter der Annahme gleichbleibender Konjunktur für den Konzern einen Umsatz von 53 Mio. EUR und ein EBIT von 5,9 Mio. EUR. Zu diesem Umsatz tragen beide Linien wie folgt bei: Consulting mit 33 Mio. EUR und Software mit 20 Mio. EUR. Das EBIT wird erzielt durch Consulting (2,8 Mio. EUR) sowie durch Software (5,5 Mio. EUR) bei nicht direkt zurechenbaren Kosten in Höhe von 2,4 Mio. EUR. Für den Konzernjahresüberschuss rechnen wir folglich mit einem angemessenen Wachstum.

 

Langfristig strebt REALTECH bis zum Jahr 2016 ein Wachstum auf 77 Mio. EUR (Consulting 39 Mio. EUR, Software 38 Mio. EUR) an, wobei beide Geschäftssegmente jeweils ihre Zielsegmentmarge von 10 Prozent (Consulting) und 30 Prozent (Software) bei steigenden Umsätzen erreichen sollen. Der Vorstand gibt sich selbst diese langfristige Leitlinie, die neben der inhaltlichen Strategie der wesentliche Faktor für die Steuerung des Unternehmens ist. Alle Prognosen sind mit einer Genauigkeit von plus/minus 20 Prozent zu bewerten.

 

Die REALTECH AG konnte nach einem durch steuerliche Sondereffekte negativ geprägten Geschäftsjahr 2010 an die Vorjahre anknüpfen und beendete das Geschäftsjahr 2011 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 3.367 TEUR. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die Veräußerung der spanischen Landesgesellschaft, die Wertaufholung des Darlehns an die ehemalige, italienische Landesgesellschaft sowie das Beteiligungsergebnis.

 

Für die folgenden Geschäftsjahre plant die REALTECH AG insbesondere in Deutschland durch organisches Wachstum, ein optimiertes Leistungsportfolio und die Partnerschaft mit der SAP die Ertragskraft nachhaltig zu stärken.

 

Auf dieser Basis gehen wir davon aus, dass wir in den Jahren 2012 und 2013 jeweils einen soliden aus der operativen Tätigkeit geprägten Jahresüberschuss erwirtschaften können, der sich in den Folgejahren kontinuierlich verbessern wird.

 

Die künftige Dividendenpolitik der REALTECH AG orientiert sich an einer ausgewogenen Balance zwischen dem gesunden Wachstum des Unternehmens sowie dem Interesse der Aktionäre an einer Beteiligung an den erzielten Erträgen. Daher streben Aufsichtsrat und Vorstand an, 50 Prozent des erzielten Bilanzgewinns der REALTECH AG an die Aktionäre auszuschütten, sofern keine außergewöhnlichen Situationen (Stand der liquiden Mittel, geplante Investitionen oder Akquisitionen) zu berücksichtigen sind.


Quelle: Geschäftsbericht 2011, Seite 62ff.


 


 

 

 

 

 

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